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Die Staaten müssen Geld in die Hand nehmen und menschenwürdige Unterkünfte schaffen.

Wiedergutmachung für westliches Politikversagen:

Ökonom Heiner Flassbeck: „Wenn Gesellschaften zusammenbrechen, Staaten unregierbar werden und Bürgerkriege die sozialen und wirtschaftlichen Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben zerstören, kann man niemanden abweisen, der solchen Verhältnissen entflieht. Der deutsche Staat muss dann allerdings Geld in die Hand nehmen (das am Kapitalmarkt nur darauf wartet, vom Staat aufgenommen zu werden) und die Infrastruktur schaffen, die man braucht, um menschenwürdige Unterkünfte für die Übergangszeit zu schaffen und den Flüchtlingen die Eingliederung zu erleichtern. Das schafft Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze und schadet dem Rest der deutschen Bevölkerung in keiner Weise. … neben unverantwortlichen militärischen Interventionen [war es] auch das diesen Ländern (meist vom Internationalen Währungsfonds) aufgezwungene Dogma der Dominanz der Märkte über den Staat, das so viel Elend und Chaos zu verantworten hat. Es wäre eine ganz kleine Wiedergutmachung“ für die „Menschen, die die Fehler der westlichen Politik auszubaden haben.“ [Text auch in Englisch verfügbar]

Konstruierte Knappheit zum Gegeneinander-Ausspielen:

Autorin Ulrike Hermann: „Doch stattdessen inszeniert Schäuble [Anm.: dt. Finanzminister] eine Knappheitsdiskussion, die die Einheimischen gegen die Flüchtlinge ausspielt. Die Verteilungskonflikte sind also abzusehen: Schwimmbad gegen Flüchtlinge.“ …Das „liefert die Scheinargumente, mit denen Rechtspopulisten dann Ängste schüren können. Dabei ist ein Sparhaushalt völlig überflüssig. Die Steuereinnahmen sprudeln – und es wäre kein Problem, Schulden aufzunehmen. Denn Deutschland [Anm.: und auch Ö] bekommt Kredite fast umsonst.“

Festung Europa verhindert sichere Fluchtkorridore:

taz-EU-Korrespondent Eric Bronse: „Die EU will schon im Oktober mit dem Zerstören von Schlepperbooten beginnen. Sie will die Überwachung der Außengrenzen verschärfen und neue Flüchtlingslager bauen – möglichst vor den Toren Europas, in Nahost oder Afrika. Letztlich geht es Juncker [Anm.: EU-Kommissionspräsident], de Maizière [Anm.: dt. Innenminister] und Co. darum, die Festung Europa weiter auszubauen. Auf die ebenso simple wie dringende Idee, sichere und legale Fluchtkorridore zu schaffen, kommen sie nicht.“

Tätiges Mitgefühl gegen wahnwitzige neoliberale Ideologie:

Künstler und Aktivist Konstantin Wecker: „Diese Welle des „tätigen Mitgefühls“ (Albert Schweitzer) hat eine Türe einen Spaltbreit aufgemacht. Eine Tür ist geöffnet zur Revolution, zum längst fälligen Widerstand gegen eine wahnwitzige neoliberale Ideologie, die wie ein bösartiger Moloch in blindem Wachstums-Fanatismus mit permanenten Kriegen und Umweltverwüstung gefüttert werden muss und überall verbrannte Erde zurücklässt. Wir müssen nun einen Fuß in diesen Türspalt stellen, damit sie nie wieder zuschlägt. Liebe Freunde, lasst uns die Türen, die die Orbans dieser Welt schließen möchten, weiter aufreißen und den Politikern zurufen: Öffnet legale Wege nach Europa! Bezahlt die Unterbringung der Flüchtlinge aus den Milliardengewinnen der Rüstungskonzerne! Und nicht zuletzt: Verbietet alle Rüstungsexporte!“

Eine Topographie des Horrors gibt es in „Der Freitag“.

Gründe zur Flucht können im ZDF („Mann, Sieber!“) zwar satirisch dargebracht werden, aber das Lied des Komikers Dieter HallervordenIhr macht mir Mut (in dieser Zeit) (Einnahmen gehen zu 100% an die Flüchtlingshilfe) strich der Sender aus seiner Benefiz-Sendung….

Demo „Lichter für Menschlichkeit“ am 25.9.15 in Linz und Solidaritätskonzert „Voices for Refugees“ am 3.10.15 in Wien

ÖGB bekennt sich kompromisslos zum Menschenrecht auf Asyl und unterstützt Solikonzert am 3.10.

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