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Reichtum für wenige in Europa und der Welt, soziale Verwüstung und demokratischer Zerfall…

Konjunktur verläuft in Österreich träge“, so das WIFO. Prognoseergebnisse auf der AK-OÖ-Page.

 

Billionenschwerer Reichtum für Wenige

Die 14,6 Millionen Reichen – mit einer Million Dollar aufwärts – besitzen laut World Wealth Report (capgemini) 56,4 Billionen Dollar „anlagefähiges Vermögen“ (2014, ohne selbstgenutzte Immobilien), das ist um rund 7 % mehr als im Vorjahr. Europas 4 Millionen Reichste besitzen 13 Billionen Dollar (5 % mehr als im Vorjahr). Bis 2017 wird ein weiterer Reichtumsanstieg (mit rund 8 % Plus pro Jahr) auf 70,5 Billionen global bzw. 16,5 Billionen in Europa prognostiziert – eine Billion sind 1000 Milliarden!. Die Reichsten sorgen sich am meisten – so sagen weltweit etwa zwei Drittel von ihnen – um ihre Gesundheit sowie steigende Gesundheitskosten und ob sie ihren Luxus-Lebensstil auch im Ruhestand halten können. Das mutet fast höhnisch an angesichts dessen, was im „reichen Europa“ vor sich geht:

 

Weitere Einschnitte in Griechenland sind unannehmbar

Die griechische Regierung weigert sich derzeit vehement gegen die von der deutsch geführten Troika [= Internationaler Währungsfonds, Europäische Zentralbank, EU-Kommission] verlangten weiteren Einschnitte, etwa im Pensionssystem. Dazu hielt der griechische Regierungschef Alexis Tsipras bereits Angang Juni fest: „Die Renten in Griechenland sind in den vergangenen Jahren um 20% bis 48% gekürzt worden. Gegenwärtig bewegen sich 44,5% der Renten unterhalb der Grenze relativer Armut und laut Eurostat sind rund 23,1% der Rentner in Griechenland von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Es muss also vollkommen klar sein, dass diese Situation, die das Resultat der im Memorandum [= mit der Troika getroffene „Vereinbarung“] besiegelten Politik ist, für Griechenland ebenso wenig hinnehmbar ist wie für jedes andere zivilisierte Land.“

 

Freie Hand für griechische Regierung im Kampf gegen humanitäre Katastrophe!

Deutscher Verein demokratische Ärztinnen und Ärzte (vdää) und IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung) nach einem Griechenlandbesuch: „Für die mehr als drei Millionen Menschen in Griechenland ohne Krankenversicherung sind lebensnotwendige Medikamente wie z.B. Insulin oder Krebsmittel nicht mehr erschwinglich. Steigende Säuglingssterblichkeit, steigende Zahlen von HIV, Tuberkulose, erste Malariafälle und ein drastischer Anstieg von schweren Depressionen sind die Folge. Wegen der gestiegenen Arbeitslosigkeit und der Armut werden immer mehr Menschen obdachlos. Dass die Troika die schwere Krise des Gesundheits- und Sozialsystems völlig ausblendet“, können ÄrztInnen nur als „menschenverachtend“ bewerten. Die ÄrztInnen fordern: Gesundheits-, Bildungs- und Sozialausgaben vor Schuldendienst! Freie Hand für alle Maßnahmen der griechischen Regierung, der humanitären Katastrophe zu begegnen. Stopp der maßgeblich durch Deutschland vorangetriebenen tödlichen Austeritätspolitik [Anm.: = Spar- und Kürzungspolitik].

 

Neokoloniale Kreditgeber: Wolfgang Merkel, vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB): „Es wird darauf ankommen, dass die Troika der demokratisch legitimierten Regierung mehr Spielräume einräumt. Sonst werden sich die Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie sich als neokoloniale Kreditgeber daran beteiligen, demokratische Regierungen auszuhöhlen.“

 

Zerfall Europas aufhalten

Laut Ökonom Heiner Flassbeck „ist die Demokratie genau dann am Ende, wenn eine Regierung mit den Gläubigern (in Form des Internationalen Währungsfonds) über alte oder neue Kredite verhandeln muss. Das ist bei Griechenland nicht anders als es in Asien, in Afrika oder in Lateinamerika war. Europa befindet sich im sechsten Jahr von Rezession und Stagnation [= Wirtschaftseinbruch & Schwächephase], es hat hunderte von Milliarden an möglichem Wohlstand eingebüßt, weil es unfähig ist, sich aus der Krise zu lösen. Europa hat ein Niveau der Arbeitslosigkeit, das höher ist als jemals zuvor. Europa ist politisch dem Zerfall ganz nahe. Diesem Denken steht niemand mehr im Weg als SYRIZA und genau deswegen muss das Exempel statuiert werden. Doch täuscht euch nicht! Nach SYRIZA kommt Podemos oder irgendeine andere Formation, die begreift, dass es so nicht weitergeht und die die Massen bewegen kann.

 

No Troika Singers“ – musikalisch-ironischer Kommentar: „Krisen lügen nicht“

 

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