Diethmar Dath kann ich nur zustimmen, wenn er sagt: „Links ist, das einem zustehende und in Reichweite befindliche gute Leben einfach zu verlangen.“ Er sieht „die Potenziale nicht in Unzufriedenheit mit dem Vorhandenen“. Linke brauchen nicht so bescheiden sein, ihre linke Position als diejenige zu sehen, in der sie  „gegen das üble Leben“ aufbegehren. Es gelte, so Dath, den Leuten den Schleier von den Augen zu reissen, um zu verdeutlichen: „Der Reichtum, der nötig ist, die Freiheit zu finanzieren, existiert tatsächlich.“

Die „Fabrik im 21. Jahrhundert“ könne umso viel billiger und schneller als zu Marx und Engels Lebzeiten, mit so „viel weniger Muskeln, Schweiss und menschlicher Lebensvergeudung“ produzieren – und das, „ohne dass der Fluss dabei versaut wird.“ Er werde trotzdem versaut, weil wir zwar „auf eine Art, die grün ist“, produzieren können, nicht aber „auf eine Art, die grün und profitabel ist.“ Lieber würden wir die Umwelt ruinieren, so Dath, als „dass wir irgendeinem Idioten seinen Gewinn versagen.“ Dabei sollte doch produziert werden, „damit die Leute gut leben können.“

Dath hält nichst vom „Zwangspaar der linken Abenteuerromantik: ´je Elend, desto Aufstand`, weil es die Maschine am Laufen hält, statt sie umzubauen.“

Für Martin Hatzius von ´Neues Deutschland´ blickt Dath „von der Aussichtsplattform unserer Gegenwart in die Zukunft – ohne das naturwissenschaftliche, ästhetische und politische Rüstzeug“ seiner Vor-DenkerInnen aus den Augen zu verlieren. Dath sei einer, „der sich zum Ringen um eine Welt bekennt, die den technischen mit dem sozialen Fortschritt in Einklang zu bringen versteht.“ Solche braucht díe Menschheit mehr!

Das ganze Interview stammt aus Daths neuen Buch „Alles fragen, nichts fürchten“ und kann im ND (3.9.11) nachgelesen werden.

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